Medizin

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Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Überblick über das Thema/ Lernziele/ Zusammenfassung

In diesem Skript zum Vorlesungsteil "Medizin" der Vorlesung "Medizin Informatik" wird dem Leser zu einem groben Überblick zum Thema "Medizin" verholfen. Die Arbeitsweise eines Arztes, die medizinischen Geräte, sowie einige Organe werden hier näher erläutert.

[Bearbeiten] Die Arbeit eines Arztes

Die Arbeit eines Arztes

[Bearbeiten] Daten sammeln

Die Arbeit des Arztes beginnt immer mit dem Sammeln von Daten. Dies kann über verschiedene Wege erfolgen:

  • Kontakt mit dem Patienten
    • Anschauen
    • Abtasten
    • Abhören
fühlen, hören, schauen, Reflexe testen mittels Geräten, zB.: CT, Ultraschall, MRT, Röntgen
  • über das Labor
  • über Altbefunde

[Bearbeiten] (Verdachts-) Diagnose erstellen

Der nächste Schritt ist, aus den gewonnenen Daten eine Diagnose zu erstellen. Aus dieser kann sich ergeben, dass der Arzt wieder neu Daten sammeln muss und die Diagnose von neuem erstellen muss; dieser Zyklus kann also mehrfach durchlaufen werden.

[Bearbeiten] Therapie planen und durchführen

Mit dieser (ausreichenden) Diagnose kann dann die Therapie geplant und durchgeführt werden. Eine Therapie kann bestehen aus:

  • Essgewohnheiten ändern
  • Arznei(en) anwenden
  • Operation(en)
  • Psychotherapeutische Behandlung
Darunter fällt auch die Behandlung mit Medikamenten, welche sich den Placebo-Effekt zugunsten machen.
  • Heil- oder Hilfsmittel
Beispielsweise Massage(n)
  • Bestrahlung, Dialyse (Blutreinigung)

[Bearbeiten] Dokumentation erstellen

All diese Tätigkeiten gilt es strukturiert und vollständig zu dokumentieren, da:

  • die Dokumentation für das Archiv relevant ist (damit man auf Altbefunde zurückgreifen kann und so eine vollständige Anamnese (Krankengeschichte) vorliegen hat)
  • vielleicht Kollegen informiert werden müssen (Arztbrief)
  • die Forschung/ Lehre mit praktischen Beispielen versorgen werden können (Qualitätssicherung)
  • für Statistische Auswertungen

[Bearbeiten] Arztbrief

Ein Arztbrief (z.B.) eine Überweisung an einen anderen Arzt enthält im Grunde folgende Angaben:

  • Metadaten:
    • Verfasser
    • Zeitpunkt
    • Art und Typ der Messgeräte
  • Diagnosen:
    • Verdachtsdiagnosen
    • Einweisungsdiagnosen
Diese schreibt der ins Krankhaus einweisende Arzt
  • Entlassdiagnose
    • Hauptdiagnosen
    • Nebendiagnosen
  • Patientendaten:
    • Alter
    • Geschlecht
    • Adressdaten
  • Anamnesen:
    • Familienanamnese
Wer hat in der Familie sonst noch ähnliche/ gleiche Krankheiten?
  • Sozialanamnese
Aus welchen Verhältnissen kommt man?
  • Messwerte:
    • Labor
    • Medizingerät(en)
  • Behandlung / Therapie:
Hierzu gehören nicht nur Medikamente, sondern alles was während der Behandlung gemacht worden ist. (Operationen, etc...)
  • Medikation:
    • Der Wirkstoff
    • Die Menge (Quantität)
    • Einheit/ Verabreichte Menge
Diese relative Einheit ist sehr schwer strukturiert abzubilden.
Beispiel: Versuchen Sie einmal mit dem Computer in einer systematischen Weise "das Medikament soll zwei Wochen nach der Rückkehr aus dem Urlaub, drei mal täglich, aber nicht mittwochs genommen werden".
Zitat: Prof. Dr. Johner

Administrative Daten

  • Krankenkassendaten
    • Versichertennummer
    • Name/ Geburtsdatum
    • Versichertenstatus
    • Gültigkeitsstatus
    • Zuzahlungsstatus
    • Einweisender Arzt
    • Länge des Aufenthaltes

[Bearbeiten] Medizinische Terminologie

[Bearbeiten] Innere Organe

Abbildung des menschlichen Körpers mit Organen

Die Haut 
Die Haut (lat. cutis, gr. derma)

... schützt uns vor Umwelteinflüssen, Wärme- und Wasserverlust und ist gleichzeitig Sinnesorgan. Ausserdem ist die Haut unser grösstes Organ das wir besitzen. Zur Reizaufnahme ist die Haut mit unterschiedlichen Typen von Rezeptoren ausgestattet, u.a. Schmerzrezeptoren und Thermorezeptoren.


Das Herz 
Das Herz (lat. Cor)

... versorgt den Körper durch rhythmische Kontraktionen mit Blut und sichert dadurch die Durchblutung aller Organe.


Das Blut 
Das Blut (lat. sanguis, gr. Häma)

... ist eine Körperflüssigkeit, die mit Unterstützung des Herz-Kreislauf-Systems die Funktionalität der verschiedenen Körpergewebe über vielfältige Transport- und Verknüpfungsfunktionen sicherstellt. Blut wird als "flüssiges Gewebe", gelegentlich auch als "flüssiges Organ" bezeichnet. Blut besteht aus speziellen Zellen sowie dem proteinreichen Blutplasma, das im Herz-Kreislauf-System als Träger dieser Zellen fungiert. Es wird vornehmlich durch mechanische Tätigkeit des Herzmuskels in einem Kreislaufsystem durch die Blutgefäße des Körpers gepumpt. Blut wird ausserdem in verschiedene Blutgruppen eingeteilt. Kommt es zu einer Vermischung von Blut verschiedener Blutgruppen, so tritt oft eine Verklumpung des Blutes ein. Würde man somit Blut verschiedener Blutgruppen bei einer Blutspende benutzen wäre dies tödlich.


Das Gehirn 
Das Gehirn (lat. cerebrum, gr. encéphalon)

... wird unterteilt in Großhirn, Kleinhirn, Zwischenhirn und Hirnstamm. Das Großhirn ist das Zentrum unserer Wahrnehmungen, unseres Bewusstseins, Denkens, Fühlens und Handelns. Im Großhirn herrscht eine Arbeitsteilung zwischen verschiedenen Bezirken, den Rindenfeldern, von denen drei Typen unterschieden werden:

  1. Sensorische Felder: Sie verarbeiten Erregungen, die von den Nerven der Sinnesorgane kommen.
  2. Motorische Felder: Sie aktivieren Muskeln und regeln willkürliche Bewegungen.
  3. Gedanken- und Antriebsfelder: Sie liegen im vorderen Teil des Gehirns und sind wahrscheinlich die Zentren des Denkens und Erinnerns.

Die sensorischen und motorischen Felder für die rechte Körperseite sind in der linken Gehirnhälfte und umgekehrt. Es gibt aber auch Zentren, welche nur in einer Gehirnhälfte vorkommen, wie zum Beispiel das Sprachzentrum. Das Kleinhirn hat die Aufgabe automatisierte Bewegungsabläufe zu speichern. Lernt man beispielsweise das Tanzen, so muss man die einzelnen Schritte relativ bewusst nacheinander ausführen. Hierbei regelt das Großhirn direkt die Muskulatur. Mit einiger übung, also nach einiger Zeit des bewussten nacheinander ausführen der einzelnen Schritte, muss man sich nicht mehr auf jeden Schritt konzentrieren. Die Bewegungsfolgen werden nun vom Kleinhirn geregelt, das während der Lernphase die zugehörigen Impulsfolgen gespeichert hat. Gehirnströme können mittels eines EEG gemessen werden.


Die Aorta 
Die Aorta / Hauptschlagader

... ist ein großes Blutgefäß, das direkt aus der linken Seite des Herzens entspringt. Sie leitet das Blut aus der linken Herzkammer (linker Ventrikel) in die Gefäße des großen Blutkreislaufs. Die Aorta ist die größte Schlagader (Arterie) des Körpers. Beim Menschen hat sie einen Durchmesser von ca. 2,5-3,5 cm und eine Länge von 30-40 cm.


Die Nerven 
Die Nerven (lat. Nervus)

... dienen dem Informationsaustausch im menschlichen Organismus. Über die Nerven geben wir Signale an einen Muskel. Dies nennt man die motorische Nerven. Neben den motorischen Nerven gibt es die sensiblen Nervenfasern, die empfindungen die wir z.B. über die haut wahrnehmen ins Gehirn weitergeben. Das dritte Nervensystem sind die vegetativen Nervenfasern, die dafür zuständig sind das wir überhaupt leben können. Sie sind dafür zusändig, das unser Herz regelmässig schlägt oder die Atmung stattfinden kann. Auf diese Nervenfasern haben wir keinen Einfluss desshalb werden die vegetativen Nerven auch als autonomes Nervensystem bezeichnet.


Das Auge 
Das Auge (lat. Oculus, Opthalmologe)

... kann in drei Untereinheiten gegliedert werden: den Augapfel, die Anhangsorgane (Tränenapparat, Augenmuskeln...) und die Sehbahn (die neuronale Verschaltung des optischen Systems vom Auge bis zum Gehirn). Sechs äußere Augenmuskeln sorgen für die richtige Position innerhalb der Augenhöhle und vor allen Dingen für die korrekte Stellung der Augen zueinander. Drei innere Augenmuskeln dienen zum einen der Größenänderung der Pupille, z. B. bei Lichteinfall, zum anderen der Naheinstellungsfähigkeit (Akkommodation) der Augenlinse.


Die Ohren 
Die Ohren (lat. auris)

... sind Sinnesorgane für die akustische Wahrnehmung. Ein Mensch kann Töne im Bereich von ca.20 - 20000Hz (20KHz) wahrnehmen. Ausserdem ist das Gleichgewichtsorgan des Menschen im Innenohr enthalten. Der Mensch kann dadurch das er 2 Ohren besitzt Geräuschen eine Richtung zuordnen. Der Sinn das der Mensch dafür 2 Ohren benötigt liegt darin, dass durch verschiedene Pegellautstärken an den beiden Ohren das Gehirn aufgrund seiner Erfahrungswerte bestimmen kann woher das Geräusch kommt.


Die Brust 
Die Brust (lat. Mamma)

... besteht aus dem Brustkorb, dieser umgibt die Brusthöhle (Cavum thoracis) mit den in ihr liegenden Organen. Ausserdem hat der Brustkorb durch die Rippen einen schützenden Effekt was die Organe wie Herz, Lunge usw. unter ihm vor äusseren Einflüssen schützt. Der Thorax besteht aus der Brustwirbelsäule, den Rippen (Costae) und dem Brustbein (Sternum). Der größte Muskel der Brust ist der große Brustmuskel (Musculus pectoralis major).


Die Lunge 
Die Lunge (lat. Pulmo, gr. Pneumo, Pulmologe)

... ist ein paariges Körperorgan, das der Atmung dient. Sie reichern das Blut mit Sauerstoff an. Beim Menschen bestehen sie aus zwei Lungenflügeln, die links in zwei und rechts in drei Lungenlappen unterteilt sind. Die Lunge besitzt keine Muskulatur. Die Luft wird stattdessen mit Hilfe der Rippen- und Zwerchfellmuskulatur eingesogen. Der Brustkorb dehnt sich, dadurch wird das Volumen größer und es entsteht ein Unterdruck, der durch die einströmende Luft ausgeglichen wird. Das Lungenvolumen eines erwachsenen Menschen beträgt im Mittel 5 bis 6 Liter.


Der Mund 
Der Mund

... ist die Körperöffnung zur Nahrungsaufnahme. über die Zunge können verschiedene Geschmacksrichtungen wahrgenommen werden (z.B. süß, sauer, bitter...). Durch die Speiseröhre gelangt die Nahrung in den Magen.


Die Nase 
Die Nase (lat. nasus, gr. rhin)

... beherbergt die Nasenhöhle (Sinus), welche in den Rachen (Pharynx) führt. Der Rachen verbindet die Speiseröhre (Ösophagus) und den Luftweg.


Der Kehlkopf 
Der Kehlkopf (Larynx)

... hat zwei Funktionen. Zum einen schützt er die Luftröhre vor Speisestücken, indem beim Schlucken der Kehlkopf nach vorne oben gezogen und damit der Kehldeckel verschlossen wird. Zum anderen regulieren die Stimmlippen den Strom der Atemluft und erzeugen durch ihre Schwingungen Töne bzw. die menschliche Stimme.


Der Magen 
Der Magen (lat. Ventriculus, griech. Gaster)

... ist das Verdauungsorgan des Menschen, in dem der Nahrungsbrei mit Magensaft vermischt wird. Der saure Magensaft verhindert effektiv das überleben der meisten Bakterien und schützt so vor Infektionen. Trotzdem kann durch Viren oder Bakterien eine Magen-Darm-Grippe (Gastroenteritis) entstehen. Hierbei handelt es sich meißt um eine Zerstörung der Schleimhaut unterschiedlichen Ausmaßes. Dadurch können Magen und Darm aufgenommene Nahrung nicht mehr verdauen. Die unverdaute Nahrung bindet Wasser und macht den Stuhlgang dünnflüssig. Vom Magen aus gelangt der Nahrungsbrei weiter in den Zwölffingerdarm.


Der Zwölffingerdarm 
Der Zwölffingerdarm (Duodenum)

... ist die Verbindung vom Magen zum Dünndarm. Ausserdem endet der Ausführungsgang der Bauchspeicheldrüse und der Hauptgallengang im Zwölffingerdarm. Der Zwölffingerdarm ist ca. 30cm lang , was etwa 12 Fingerbreiten entspricht. Er leitet den Nahrungsbrei durch den Dünndarm, dann über den aufsteigenden, querlaufenden, absteigenden und dem Enddarm zum Anus. Bei diesem Vorgang werden alle Nährstoffe und teilweise flüssigkeiten aus dem Nahrungsbrei entzogen.


Die Niere 
Die Niere (lat. Ren, gr. Nephros, Nephrologe)

... filtert Giftstoffe aus dem Körper, indem Sie dem Blut Wasser und Giftstoffe entzieht. Daraus entsteht der Harn/Urin, der weiter Richtung Blase wandert..


Die Harnblase 
Die (Harn-)Blase (lat. Vesica urinaria, Urologe)

... ist über die beiden Harnleiter(lat. Ureter) mit den Nieren verbunden. Sie hat beim Menschen ein Fassungsvermögen von ca. 900 bis 1500 ml. Das angesammelte Urin gelangt über die Harnröhre aus dem Körper.


Die Zelle 
Die Zelle (lat. Zyt)

... tritt in verschiedensten Erscheinungen im Körper auf, z.B. Knochenzellen(Osteozyten) oder aber verschiedene Blutkörperchen. Es gibt drei verschiedene Arten von Blutkörperchen:

  • die weißen Blutkörperchen - Aufgabe: Vernichtung eingedrungener Krankheitserreger und Fremdkörper, Antikörperbildung (Lymphozyten und Leukozyten)
  • die roten Blutkörperchen - Aufgabe: Transport von Sauerstoff (Erythrozyten)
  • die Blutplättchen - Aufgabe: Gerinnung des Blutes und Wundverschluss (Thrombozyten)

Bei einer Fehlfunktion der Blutplättchen kann es zur Thrombose kommen. Die Thrombose ist eine Gefäßerkrankung, bei der sich ein Blutgerinnsel (Thrombus) in einem Gefäß bildet.


Die Bauchspeicheldrüse
Die Bauchspeicheldrüse (Pankreas)

... bildet Verdauungsenzyme, die in den Zwölffingerdarm abgegeben werden. Diese Verdauungsenzyme spalten Eiweiße, Kohlenhydrate und Fette der Nahrung im Darm in ihre Grundbestandteile um sie so für den Stoffwechsel verwertbar zu machen. Darüber hinaus werden in der Bauchspeicheldrüse Hormone gebildet, die direkt an das Blut überführt werden. So sorgen sie für die Regulation des Blutzuckerspiegels (über die Hormone Insulin und Glucagon) sowie Verdauungsprozessen.


Die Milz 
Die Milz (lat. Lien, gr. Splen)

... ist ein in den Blutkreislauf eingeschaltetes Organ und liegt in der Bauchhöhle nahe dem Magen. Die Milz hat zwei grundlegende Aufgaben. Zum einen dient sie der Vermehrung der zu den weißen Blutkörperchen gehörenden Lymphozyten und spielt daher eine Rolle bei der Abwehr körperfremder Stoffe (Antigene). Zum anderen dient sie der Aussonderung überalterter roter Blutkörperchen. Sie ist beim menschen ca. 12cm lang und 150 - 200 Gramm schwer.


Die Leber 
Die Leber (lat. Iecur, gr. Hepar, Hepatologe)

... ist das zentrale Orgen des gesamten Stoffwechsels. Die wichtigsten Aufgaben sind die Produktion lebenswichtiger Eiweißstoffe (z. B. Gerinnungsfaktoren), Verwertung von Nahrungsbestandteilen (z. B. Speicherung von Glukose und Vitaminen), die Gallenproduktion und damit einhergehend der Abbau und Ausscheidung von Stoffwechselprodukten, Medikamenten und Giftstoffen. Nährstoffe, die aus dem Darm ins Blut aufgenommen werden, gelangen über die Pfortader (Vena portae) zur Leber und werden dann von dieser je nach Bedarf ans Blut abgegeben oder aus dem Blut entfernt.


Der Darm 
Der Darm (lat. intestinum, gr. enteron)

... ist der wichtigste Teil des Verdauungstraktes. Er teilt sich auf in den

  • Dünndarm
    • Zwölffingerdarm (Duodenum)
    • Leerdarm (Jejunum)
    • Krummdarm (Illeum)
  • Dickdarm
    • Blinddarm (Caecum)
    • Grimmdarm (Colon)
    • Mastdarm/Enddarm (Recctum)
    • After (Anus, Proctos)


Die Schilddrüse
Die Schilddrüse (lat.Glandula)

... befindet sich beim Menschen am Hals unterhalb des Kehlkopfes. Die Hauptfunktion der Schilddrüse besteht in der Bildung von jodhaltigen Hormonen. Die jodhaltigen Schilddrüsenhormone spielen eine wichtige Rolle für den Energiestoffwechsel und das Wachstum einzelner Zellen und des Gesamtorganismus. Sie hemmen den Knochenabbau durch Einbau von Kalzium und Phosphat in den Knochen. Die Schilddrüse ist Ausgangspunkt für zahlreiche Erkrankungen, die unter anderem zu Störungen des Hormonstoffwechsels führen und eine Unter- oder überfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose bzw. Hyperthyreose) hervorrufen können. Der in der westlichen Welt häufig vorkommende Jodmangel kann einen Kropf (Struma) hervorrufen.


Die Muskulatur 
Die Muskulatur (lat. Musculus)

... wird unterschieden in glatte Muskulatur und Quergestreifte Muskulatur. Glatte Muskulatur ist vornehmlich in den Wänden aller Hohlorganen anzutreffen (z.B. Darm, Atemwege, Blutgefäße, Harnwege und Geschlechtsorgane). Im Vergleich zur quergestreiften Skelettmuskulatur verkürzt sich glatte Muskulatur wesentlich langsamer, aber dafür stärker (bis ein Drittel der Ausgangslänge). Sie ist im allgemeinen nicht durch den Willen steuerbar und kann lange Zeit ohne großen Energieaufwand, Ermüdung oder Aktionsströme im kontrahierten Zustand verharren.


Die Knochen 
Die Knochen (lat. Os, gr. Osteo)

... bilden das Skelet aller Wirbeltiere und des Menschen. Das menschliche Skelett besteht aus etwa 206 Knochen.


[Bearbeiten] Fachärzte

Bezeichnungen der Fachärzte

  • Hämatologe (Arzt für Blutkrankheiten)
  • Pulmologe (Arzt für Lungenerkrankungen)
  • Neurologe (Arzt für Nervenerkrankungen)
  • Onkologe (Arzt für Krebserkrankungen)
  • Histologe (Gewebeerkrankungen)
  • Pathologe (Missbildungen)
  • Proktologe (Darmerkrankungen)
  • Hepatologe (Lebererkrankungen)
  • Kardiologe (Herzerkrankungen)
  • Nephrologe (Nierenerkrankungen)
  • Ophtalmologe (Augenarzt)
  • Laryngologe (Arzt für Hals-Kehlkopferkrankungen)
  • Otologe (Ohrenärzte)
  • Rhinologe (Nasen-Gesichtsärzte)
  • Logopäde (Sprachstörungen)

[Bearbeiten] Präfixe/Suffixe

Wortgruppe Präfix/Suffix Beispiele
Präfixe
vor, für Prä Prävention
  Pro Prophylaxe, Progrnose
nach, hinter Post (lat.) postoperativ
über Super (lat.) superior (oben gelegen)
  Hyper (gr) Hyperventilation, Hypertonie
unter Infra (lat.) inferior (unten gelegen)
  Hypo (gr.) Hypotonie, Hypophyse
  Sub/Sus subkutan (unter die Haut)
in, innen, hinein, innerhalb In (lat.) Infusion, Infarkt, Infektion
  En, Em, Endo, Ento (gr.) Embolie, Endoskopie
  Intra, Intro (lat.) intravenös
heraus, aus E, Ek, Ex (lat. & gr.) Exitus
  Ekto, Exo, Extra (gr.) extrazellulär
zwischen Inter interzellulät
zusammen Cum, Co, Con, Com (lat.) Kollaps (Zusammenbruch)
  Sym, Syn (gr.) Symbiose, Symptom
Verneinung In (lat.) Insuffizienz, Impotenz
  A, An (gr.) anorganisch
gut Eu (gr.) Euphorie
schlecht Dys (gr.) Dystrophie(Ernährungsstörung des Gewebes)
gegen Anti besonders Medikamente: Antidepressiva...
Suffixe
Entzündung Itis Bronchitis, Neurodermitis
Degenerative Erkrankung Ose, Osis Arthrose, Thrombose
Biologischer Prozess Ose, Osis Mitose, Osmose
Erhöhung Ose, Osis Leukozytose
Zucker Ose, Osis Glucose, Fructose
Anschwellung, Geschwulst Om Hämatom, Karzinom

Tabelle 1: Prä- und Suffixe

[Bearbeiten] Medizinische Geräte

Blutdruckmessgerät 

Mit einem Blutdruckmessgerät wird der arterielle Druck gemessen. Dies geschieht bei analogen Messgeräten direkt unterhalb des Ellenbogens. Bei neueren elektrischen Geräten meist am Handgelenk. Beim Ablassen der Luft aus der Manschette kommt es zu Verwirbelungsgeräuschen (Korotkow - Geräuschen). Mittels Sensoren oder eines Stethoskops kann der systolische und diastolische Druckwert ermittelt werden.


Elektrokardiogram (EKG) 

Bei einem EKG werden die elektrischen Aktivitäten des Herzmuskels ermittelt. Da die Elektroden auf der Körperoberfläche angebracht werden können, ist der Vorgang schmerzlos und fast überall durchführbar. Aus einem EKG können Herzfrequenz, Herzrhythmus und Aktivität von Herzvorhöfen und Herzkammern abgelesen werden. Es gibt verschiedene EKG Typen:

  • Ruhe-EKG
  • Langzeit-EKG
  • Belastungs-EKG
  • Elektroenzephalograph (EEG)
Die Elektroenzephalographie ist eine Methode zur Messung der elektrischen Aktivität des Gehirns an der Kopfoberfläche. In seltenen Fällen werden die Gehirnströme auch direkt von der Gehirnoberfläche abgeleitet. In diesem Fall spricht man von Elektocorticogramm(ECoG). Das EEG wird oft in der Neurologie verwendet und dient zur Diagnose von Epilepsie, Hirntod, Koma und Narkosetiefe. Außerdem kommt ein EEG häufig in der Schlafforschung zum Einsatz.


Röntgen 

Beim Röntgen wird ein Körper mittels Röntgenstahlen durchleuchtet. Je nach Dichte des Gewebes wird mehr oder weniger Strahlung absorbiert. Die Strahlen treffen dann auf ein Filmmaterial (Phosphorplatten) oder auf elektronische Sensoren und werden so sichtbar gemacht. In der Medizin verwendet man das Röntgen zum Feststellen von Veränderungen im Körper z.B. Knochenbrüche. Beim Röntgen kann man die Strahlung variieren. So kann zum Beispiel für feine Gewebsunterschiede eine weiche Strahlung verwendet werden (Mammographie). Jedoch wird bei weicher Strahlung viel Strahlung vom Gewebe absorbiert und es entsteht eine hohe Strahlenbelastung. Harte Strahlung durchdringt Gewebe wesentlich leichter. Kontrastunterschiede werden so minimiert. So ist es möglich Beurteilungen der Lunge auch im Bereich der Rippen zu machen.

Ultraschall (Sonographie) 

In der Sonographie werden unschädliche Schallwellen benutzt, um unter anderem sensible Gewebe wie bei Ungeborene zu untersuchen. Die Impedanz ist der Widerstand, der dem Ausbreiten von Wellen entgegenwirkt. An der Grenze zwischen zwei Stoffen, mit großem Impedanzunterschied wird der Schall verschieden stark reflektiert. Zwischen Wasser und Luft ist dies besonders stark ausgeprägt. Inzwischen ist es möglich, 3D Darstellung mittels Ultraschalls zu erzeugen. Alle wasserhaltigen, blutreichen Organe sind mit dem Ultraschall gut zu untersuchen. Weniger geeignet sind Knochen, Lunge, Darm bei Blähungen usw. Mit einem Ultraschall und der Dopplermethode können Flüssigkeitsströme, wie Blutfluss, dargestellt werden.


Tomographie 

Bei einer Tomographie werden viele einzelne Bilder gemacht. Die Bilder werden dann zusammengefasst um Volumen und Tiefenauflösungen Darzustellen. Außerdem können 3D Modelle errechnet werden.


Grauwert Darstellung 

Die Absorption der einzelnen Gewebe und Elemente werden in der Hounsfiedeinheit angegeben. Wasser hat auf dieser Skala einen Absorptionswert von 0. Luft von -1000HU und Metallimplantate von über 1000HU. Bei der Computertomographie wird jedem HU-Wert ein Grauwert zugeordnet. Computertomographen und Kernspintomographen machen Aufnahmen mit 4096 Grauwerten. Da das Menschliche Auge nur zwischen 40 und 100 Grautöne unterscheiden kann wird der Bereich der Grauwert-Darstellung begrenzt. Je nach Wunsch können so feinste Details der Lunge(Level ~-700, Fenster ~-1200) oder zum Beispiel Knochen dargestellt werden (Level ~0, Fenster ~400). Lunge mit unterschiedlichen Grauwerten


Computertomograph (CT) 

Ein Computertomograph ist im Grunde nur ein Röntgengerät, welches sich um den Patienten bewegt und viele Aufnahmen macht. Aus den Aufnahmen unterschiedlicher Richtungen kann dann ein dreidimensionales Modell errechnet werden. Der größte Nachteil der Computertomographie ist die hohe Strahlenbelastung.


Kernspintomograph (Magnetresonanztomographie MRT) 

Die Magnetresonanztomographie basiert auf sehr starken Magnetfeldern sowie elektromagnetischen Wechselfelder. Mit diesen Feldern werden Atomkerne (Spint), auf der XY Achse ausgerichtet. Wird das Magnet Feld abgestellt, richten sich die Kerne wieder in ihre ursprüngliche Lage, auf der XYZ Achse, aus. Die Zeit die die Atomkerne dafür benötigen, ist die sogenannte Relaxationszeit. Dieser Vorgang wird auch Spin-Gitter-Relaxation (T1) genannt. Um eine bessere Darstellungen zu bekommen, wird die Spin-Spin-Relaxation (T2) verwendet. Bei der T2-Relaxation werden alle Spints auf der XY Achse in die X Richtung ausgerichtet. Da sich benachbarte Spints unterschiedlich schnell wieder in ihre Ursprungslage bewegen, nimmt das messbare Signal schnell ab. Jetzt wird das Magnetfeld das auf den Körper wirkt um 180 Grad gedreht. Wodurch sich auch die Richtung der Spints um 180° wendet. Die langsameren Spints werden jetzt von den schnelleren Spints eingeholt. Ein zweiter gut Messbarer Wert entsteht, da alle Spints wie am Anfang in eine Richtung zeigen. Bei der Darstellung der Bilder tritt das gleiche Problem mit den Grauwerten wie bei der Computertomographie auf. Manche Organe können nur mit einem Kernspintomograph sichtbar gemacht werden (Nerven & Hirngewebe). Nachteile sind das sich ältere Metallimplantate oder Metallsplitter verlagern und erhitzen können und so zu einer Gefahr für den Patienten werden. Durch die starken Magnetfelder kommt es zu lauten Klopfgeräuschen. Außerdem kann es zu Beklemmungs- und Angstgefühlen in der engen Röhre kommen.

animiertes Bild eines MRT


Szintigramm 

Die Szintigrafie ist Teil der nuklearmedizinischen Diagnostik. Dabei werden radioaktiv markierte Stoffe in den Organismus eingebracht. Diese Stoffe reichern sich an bestimmten Stellen des Körpers an und können mit einer Kammera - welche radioaktive Strahlung aufnehmen kann - aufgenommen werden. Anwendung der Szintigraphie ist zum Beispiel die Tumordiagnostik. Die Untersuchung kann von der Verabreichung des Stoffes bis zur Aufnahme mehrere Stunden gehen. Je nach Untersuchung ist die Strahlenhöhe auf dem Niveau einer Röntgenaufnahmen oder etwas höher.

animiertes Bild Szintigramm

[Bearbeiten] Weiterführendes

[Bearbeiten] Selbsttest

[Bearbeiten] Offizielle Fragen

Was macht ein Arzt? Welche Daten fallen dabei an? 

Siehe Skript.


Welche physikalische(n) Größe(n) misst ein Kernspingerät? Wie? (Prinzip) 

Elektromagnetische Feldstärke. Atomkerne werden mit einem Magneten ausgerichtet. Wenn das Magnetfeld abgestellt wird, richten sich die Kerne in ihren Urzustand wieder aus. Dabei entsteht Energie, die man messen kann.


Was versteht man von der Spin-Gitter- und der Spin-Spin-Relaxations-Zeit? 

Relaxation bezeichnet die Entspannung nach einer Anspannung. Stabile physikalische Systeme kehren nach einer äußeren Störung über Relaxationsprozesse in ihren Grundzustand zurück. Als Relaxationszeit bezeichnet man eine Zeitkonstante, die für einen gegebenen Relaxationsprozess charakteristisch ist.


Wie geht man damit um, dass das Auge nur maximal 100 Grauwerte unterscheiden kann? 

Man begrenz den Bereich auf ca. 40 Grauwerte.


Wie wählt man das "Fenster", wenn man eine CT-Aufnahme der Lunge begutachten will? 

Man wählt eine sehr feine Auflösung, um viele Deteils zu sehen.


Was ist ein Szintigramm? Was misst man damit? Welche diagnostischen Aussagen kann man damit treffen? 

Man misst die radioaktive Strahlung. Man kann Nieren-/ Blasenprobleme sichtbar machen und Ablagerungen am Skelet.


Welche Daten fallen im Gesundheitswesen an? Wozu und von wem werden Sie benötigt? 

Patientendaten, Krankheitsdaten, Medikamentendaten, Laborwerte, etc... Um eine möglichst vollständige Dokumentation zu erstellen. Diese wird benögt, um abrechnen zu können (keine Belege = kein Geld), um auf Altbefunde zurückgreifen zu können, etc...


Welche Organe kennen Sie? Wie lauten die lateinischen oder griechischen Bezeichnungen?

Siehe Skript.


Wie heißt die Schnittebene, die senkrecht zu Längsachse verläuft? Wie heißt die Schnittebene, die den Körper in eine

rechte und eine linke Hälfte teilt? : Siehe Skript.


Wie lauten die Bezeichnungen für kopfwärts, seitwärts, vom Körper weg? 

Siehe Skript.


Welche Medizingeräte kennen Sie? Welche physikalische Größe messen sie? Wofür werden diese Geräte eingesetzt? 
Gerätenamen Messgröse Einsatzgebiet
Blutdruckmessgerät Arterieller Druck Kardiologie
EKG Elektrische Spannung Kardiologie
EEG Elektrische Spannung Neurologie
Röntgen Hounsfield Notfall-Medizin, Knochen
Ultraschall Reflektion Innere Organe
Computertomograph Hounsfield Onkologie, Neurologie, Knochen
Kernspintomograph Magnetische Feldstärke Onkologie, Traumatologie, Neurologie
Szintigramm Radioaktive Strahlung Niere/Blase, Knochen

Tabelle 2: MedizinGeräte


Was ist eine Hounsfield-Einheit? 

Die Absorption von verschiedenen Gewebearten wird in Houndsfield-Einheiten gemessen. Beispiele:

  • Luft = 0
  • Wasser = 1000
  • Metall über 1000


Was versteht man unter Tomographie? 

Bildgebende Verfahren zusammengefasst, mit denen die räumliche Struktur eines Objektes mittels einem Schichtaufnahmeverfahren ermittelt werden kann und damit volumetrische, tiefenaufgelöste Information dargestellt wird. Erzeugt wird eine Tomographie meist, indem das Objekt in einer Serie paralleler Querschnittbilder abgetastet wird.

[Bearbeiten] Test zum Thema "Medizin"

[Bearbeiten] Autoren

[Bearbeiten] Verfasser

Sebastian Schreiber - seschrei -at- htwg-konstanz.de
Simon Bahl - sibahl -at- htwg-konstanz.de
Pierre Schmitt - pischmit -at- htwg-konstanz.de

[Bearbeiten] Eintrag ins Wiki

Fabian Maaß - fmaass -at- htwg-konstanz.de

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